Kaempchen

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Die Führung begann an der Burg Altendorf und führte direkt zu dem Geburtshaus von Heinrich Kämpchen, wo uns nach einigen Erläuterungen das erste Gedicht präsentiert wurde.

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Dieter Bonnekamp, Vorsitzender des Heimat- und Burgvereins Burgaltendorf hatte nicht nur eine gut recherchierte Führung organisiert, sondern auch drei Mitarbeiter( Marlies Beher-Hagemann, Elke und Rolf Siepmann) , die an verschiedenen Stationen aus dem Leben von Heinrich Kämpchen passende Gedichte vortrugen.

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Jetzt geht’s los. Von Burgaltendorf herunter zur Ruhr und weiter bis zur Ruhrbrücke Dahlhausen. Hier erfahren wir von Rolf Siepmann, der mit dem Auto zur Gruppe gestoßen ist, mehr über den „Heimatdichter“ Kämpchen, der die Natur seiner Heimat beschrieben hat und der die Sagen aus der Umgebung in Gedichten überlieferte.

 Dieter Bonnekamp
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Über die autofreie Ruhrbrücke ging es auf Dahlhauser Gebiet zum Himmelscroner Erbstolln, an dem wir von der Arbeit im Bergbau im Ruhrgebiet erfuhren. Kämpchen war ja Bergmann. Für uns nur mit Bewunderung nachzuvollziehen, wie er neben der schweren Arbeit seine Gedanken zu Papier brachte.

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Über 3000 Bergleute folgten dem Sarg zum Friedhof in Bo-Linden, als Heinrich Kämpchen am 6.3.1911 dort beerdigt wurde. Kämpchen erhielt ein Ehrengrab der Stadt Bochum und der Bergarbeitergewerkschaft. Kein Grabstein darf auf dem Friedhof höher sein als der von Kämpchen.

Auf der Titelseite der Gewerkschaftszeitung gab es eine Rubrik, die regelmäßig ein Gedicht von Kämpchen enthielt. Als die Gewerkschaftsspitze diese Rubrik entfernte, protestierten Kollegen solange, bis seine Gedichte wieder auf der Titelseite erschienen.

Sein eigenes Gedicht auf dem Grabstein wendet sich gegen die Spaltung der Gewerkschaftsbewegung durch „christliche“ Gewerkschaften:

Nur Toren und Verräter

sie teilen uns geschwind

in Christen und Nichtchristen,

wo wir doch Brüder sind“

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Aber Kämpchen war nicht nur Bergarbeiter und Dichter. Er war auch Kämpfer und Sozialist. Seine Kollegen wählten ihn als Verhandlungsführer im Streik 1889, was zur Folge hatte, dass er bei nächster Gelegeenheit entlassen wurde. In Bochum-Linden, wo wir von Dahlhausen aus hinfuhren, musste er seine karge Rente durch den Verkauf von Zigarren aufbessern.

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Zur Zeche Hasenwinkel, auf der Kämpchen viele Jahre gearbeitet hatte, kamen wir kurz vor Schluss unserer Tour. In dieser wunderschön renaturierten Umgebund, die kaum noch an Kohle und Zeche denken läßt, trugen Bonnekamp und Siepmann noch einige Geschichten und Gedichte vor.